Informationen zu "CMD"

Veröffentlichung: Editorial DZZ 6/2005,
"Chronische Kopfschmerzen...nicht unser Problem!"

Sie möchten folgenden Beitrag lesen, der in der Quintessenz veröffentlich wurde, "Welchen Nutzen hat die Instrumentelle Okklusionsanalyse?"

Wenn Sie einen Beitrag im Rahmen der Jahrestagung der DGFDT 2011 lesen möchten, "CMD, Kein Fall für die IHS/ ICD-10 Klassifikation?", und wählen dann die "Seite 28"in dem "PDF-Dokument".

Eine kurze Patientendarstellung in einer Lokalzeitung: "Kopfschmerzen und Verspannungen, adé"

Vorwort:

"CMD Patienten" gibt es schon sehr lange. In der Vergangenheit und auch heute noch, wurden und werden diese Patienten von der Medizin und der Zahnmedizin vernachlässigt, weil sich sowohl die Diagnostik, als auch die Therapie der "CMD" als sehr aufwändig und behandlungsintensiv darstellen. Nach wie vor findet "CMD" in der ärztlichen und zahnärztlichen Studentenausbildung praktisch nicht statt. Es gibt keine universitäre Abteilung in Deutschland, die sich ausschließlich mit diesem Krankheitsbild befasst. Es waren stets niedergelassene Zahnärzte, die sich über Fortbildungen und die tägliche Auseinandersetzung mit diesen Patienten die Kenntnisse verschafften, die heute wissenschaftlich gesichert zur Verfügung stehen. Leider stehen die wirtschaftlichen Aufwendungen, die von Patienten zur Beseitigung ihrer Beschwerden aufgebracht werden, häufig nicht in einem vernünftigen Verhältnis zu den nachweisbaren Behandlungserfolgen. Sehr häufig werden von den Patienten erhebliche finanzielle Mittel in diagnostische Maßnahmen investiert, ohne dass es nachfolgend zu einer therapeutischen Besserung ihrer Beschwerden käme. Aus diesem Grund war es überfällig, dass die zuständige wissenschaftliche Fachgesellschaft -DGFDT- einen „Zertifizierten Spezialisten“ auswies, der sowohl den Patienten, als auch den interdisziplinär zuweisenden Ärzten die Gewissheit gibt, einen zahnärztlichen Spezialisten vorzufinden, der nachweislich über konkrete behandlerische Erfahrungen und Erfolge auf diesem Gebiet verfügt.

Zum Thema "CMD" hat Dr. von Peschke im Jahr 2005 einen Beitrag verfasst, der an Aktualität nichts verloren hat.

Ein erster kleiner Hinweis: Wir bekommen immer wieder zu hören, dass gängige Schmerzmittel bei "CMD-Patienten" nicht wirken. Oder nicht mehr wirken! Es ist vollkommen unklar, warum das so ist! Das kann ein erster, vorsichtiger Hinweis auf das Vorliegen einer "CMD" sein, wenn Sie das auch schon bemerkt haben sollten.

Aufgabe des CMD Spezialisten

Der „Spezialist für Funktionsdiagnostik und –therapie“ beschäftigt sich mit den funktionellen Erkrankungen des Kauorgans. Das Erkrankungsbild ist unter den folgenden Begriffen, die alle dasselbe Krankheitsbild beschreiben, bekannt:

- Myoarthropathie
- Kiefergelenkserkrankungen
- TMJ-Pain-Syndrom
- Temporomandibular Disorders
- Oromandibuläre Dysfunktion
- Kiefergelenk-Schmerz-Dysfunktionssyndrom
- Myofaziales Schmerzsyndrom
- Orofacial Pain
- Costen-Syndrom

„Craniomandibuläre Dysfunktion“ ist die Bezeichnung, die sich im internationalen Sprachgebrauch durchgesetzt hat.

Symptomtrias:
Nicht jeder, der ein Problem mit seinem Biss hat leidet auch an einer "CMD". Aber fast jeder "CMD-Patient" hat ein Problem mit seinem Biss!

Wie bei allen Erkrankungen bedarf es auch bei der "CMD" immer drei unterschiedlicher Faktoren, damit ein Patient Beschwerden bekommt:

1. Prädisposition (Erkrankungsneigung)
2. Psyche
3. Lokale Störung (Bei CMD ein Problem in der Funktion des Kauorgans)

Diese drei Faktoren stehen als Ansatzpunkte im Rahmen einer Behandlung zur Verfügung.

Zu 1.:
Die Prädisposition ist genetisch festgelegt und unveränderbar. Dieser Teil der Krankheitsentwicklung ist daher einer medizinischen Behandlung nicht zugänglich.

Zu 2.:
Die Psyche ist bei "CMD-Patienten" häufig in Mitleidenschaft gezogen, da chronische Schmerzen jedem Menschen irgendwann „auf den Geist“ gehen. Behandlungsbedürftig ist aber nicht die gestörte Psyche, sondern die Ursache der Schmerzen. Hier die fehlbelastete Kaumuskulatur und die Kiefergelenke. In extrem seltenen Fällen können psychische Erkrankungen mitbeteiligt an einer "CMD" sein.

Zu 3.:
Als einziger medizinisch behandelbarer Faktor steht daher in der Regel die lokale Störung, bei "CMD-Patienten" die Störungen des Bisses zur Verfügung. Dies ist ein Vorteil. Es besteht nämlich die Möglichkeit einem Patienten vor einer Behandlung zu beweisen, dass eine "Funktionstherapeutische Behandlung" überhaupt zu einer Besserung seiner Beschwerden führen wird. Es gibt kaum einen anderen Bereich in der Medizin, in dem man einem Patienten bereits vor einer Behandlung zeigen kann, wie sich sein Zustand nach der Behandlung darstellen wird. Wenn es dem Behandler nicht gelingt dem Patienten mit reversiblen Maßnahmen aufzuzeigen, dass seine Beschwerden positiv beeinflusst werden können, ist es unsinnig eine bisskorrigierende, zahnärztliche Behandlung in die Wege zu leiten. Leider wird aber genau das gemacht: Therapiert, ohne vorherige, eindeutige Diagnostik! Diese Fälle sind es dann, die das Bild der "Zahnärztlichen Funktionstherapie" gelegentlich belasten!

Kritische Betrachtungen zur Interdisziplinarität von CMD-Behandlungen (Sind Sie auch schon auf Psycho?):
Eine ganz allgemeine Vorbemerkung, mit der eigentlich auch schon fast alles zu diesem Thema gesagt ist! Jede, ausnahmslos jede Erkrankung, ist immer multifaktoriell und multikausal. Egal, ob es sich um einen Fusspilz handelt, oder um einen Gehirntumor. Der eine bekommt es, der andere nicht, obwohl wir alle in der selben Welt leben, häufig auch unter den gleichen Bedingungen. Es bleibt einer der unerklärlichen "Mythen" in der Geschichte "Craniomandibulärer Dysfunktionen", dass mancher "CMD-Dienstleister" auf einmal die "Multifaktorialität" der "CMD" erkannt hat, und meint, gerade bei dieser Erkankung müsse ein ganz besonderer interdisziplinärer Aufwand betrieben werden! Daran ist aber nichts ungewöhnliches! Multikausalität und Multifaktorialität stellen nur den Normalzustand in der Medizin dar! Warum bekommt ein Raucher Lungenkrebs und Helmut Schmidt bekommt ihn nicht? Warum nun aber bei der Verdachtsdiagnose einer "CMD" alle möglichen Fachrichtungen, bis hin zum Psychologen und Osteopathen konsultiert werden sollten, beim Lungenkrebs oder Bandscheibenvorfall hingegen nicht, bleibt ein Rätsel!

Es gibt ihn, den "CMD-Patienten", dem nur unter Hinzuziehung anderer ärztlicher Disziplinen zu helfen ist. Angeborene oder erworbene, schwere Haltungsschäden, die die gesamte Statik des Körpers beeinflussen, fallen hierunter. Schwere psychische Beeinträchtigungen ebenso. In diesen Fällen ist immer ein Spezialist des entsprechenden Fachgebietes hinzuzuziehen, um einen Gesamtüberblick über die "CMD-assoziierte-Erkrankung" zu erhalten. Diese Patienten machen aber den mit Abstand geringsten Teil der "CMD-Patienten" aus.

Der „normale“ "CMD-Patient" hat in der Regel eine viel einfachere Krankengeschichte! Dieser Patient leidet an einer Störung der statischen und/oder dynamischen Okklusion, oder einfacher ausgedrückt: Sein Biss stimmt nicht. Um dies zu erkennen, bedarf es in der Regel nicht, wie vielfach dargestellt, ausgedehnter fachärztlicher Untersuchungen aller denkbaren Fachrichtungen.

Bedauerlicherweise greift zunehmend ein Trend um sich, der sich als "Gesamtheitlicher Ansatz" oder als "Ganzkörperfunktionsorientiert" bezeichnet und dadurch gekennzeichnet ist, dass interdisziplinäre Netzwerke, unterschiedlichster Fachrichtungen, aufgebaut werden. Das kann im Einzelfall sinnvoll sein. Nicht selten gewinnt man aber den Eindruck, dass es vorrangig darum geht, den Patienten innerhalb des Netzwerks, bei möglichst vielen der Netzwerkbeteiligten, vorzustellen, zu untersuchen und abzurechnen. Statt das Naheliegende zu prüfen, ob beispielsweise die letzten Kronen, die etwa zeitgleich mit dem Beginn der Beschwerden eingegliedert wurden, möglicherweise nicht fachgerecht angefertigt wurden, oder aber die Kieferorthopädische Behandlung zwar gut aussieht, aber den Biss verstellt hat, werden stattdessen weitreichende interdisziplinäre Überlegungen angestellt, ob nicht eher die unterschiedlich langen Beine oder die Psyche des Betroffenen erkrankt ist, und der Betroffene deshalb mit den Störungen der Okklusion nicht klar kommt. Dieser interdisziplinäre Ansatz hat inzwischen oftmals jede wissenschaftlich gesicherte Erkenntnis verlassen. Es scheint vielfach bequemer die Fehler beim Patienten zu suchen, und in dessen Unfähigkeit nicht fachgerecht erbrachte zahnärztliche oder kieferorthopädische Leitungen weiter zu tolerieren, als die eigentlichen Ursache heraus zu finden und beim Namen zu nennen. Dass alle, die sich im Netzwerk befinden, dem Patienten versichern, anders ginge es gar nicht, ist Teil dieses Systems! Genauso muss aber auch angesprochen werden, dass manche Patienten und deren Juristen so tun, als könne man die Behandlung eines lebenden Organismus mit der Arbeit eines Feinmechanikers gleichsetzen, der ein Werkstück im Schraubstock bearbeitet. Es ist um ein vielfaches schwieriger im Munde eines Patienten auf wenige 1/1000 Millimeter Paßgenauigkeit zu arbeiten, als an einem Werkstück, das in einem Schraubstock fixiert ist. Dass unter diesen Vorgaben auf Seiten der Zahnärzte und Kieferorthopäden eine gewisse Zurückhaltung besteht sich mit diesen komplexen Mechanismen auseinanderzusetzen, gerade auch unter dem anhaltenden Kostendruck im Gesundheitswesen, kann Niemanden wirklich verwundern. Bedauerlicherweise geht es inzwischen auch in der Medizin und der "Medizinischen Juristerei" häufiger eher darum "Schuldige" zu finden, als sich mit den komplexen Sachfragen auseinander zu setzen. Wir sehen unsere Aufgabe daher allein darin Ihnen eine Lösung für Ihr Problem anzubieten und nicht darin einen Schuldigen für die bestehende Situation zu finden!

Die Realität im "CMD-Centrum-Kiel" ist häufig die, dass ein großer Teil "unserer" Patienten, bereits als "austherapiert" gilt, und von verschiedenen Facharztrichtungen ergebnislos untersucht wurde.

"Was ist der Unterschied zwischen Funktionsdiagnostik und Funktionstherapie?"

Hier kommen wir jetzt in einen Bereich, der nicht nur Zahnärzten und Kieferorthopäden sondern häufig auch Gerichtsgutachtern nicht ganz klar ist. Das Ganze hängt vorrangig damit zusammen, dass es in der Zahnheilkunde usus ist, keine umfangreiche diagnostische Abklärungen zu betreiben, sondern mehr oder weniger direkt vom Befund in die Therapie einzusteigen. Typisches Beispiel: Der Patient kommt mit einem Loch im Zahn. Es tut weh. Der Zahnarzt schaut sich das an und macht eine Füllung in den Zahn. Ehrlicherweise muss man sagen: Hierzu bedarf es auch keiner großen diagnostischen Abklärung! Ganz anders sieht das im Bereich der "funktionellen Erkeankungen" des Kauorgans aus. Hier ist nämlich häufig nicht so recht klar: Sind die Beschwerden im Ohrbereich die Symptome eine Erkrankung des Ohres, oder möglicherweise der Kiefergelenke? Insofern ist erst einmal eine ausführliche Diagnostik zu betreiben!

Diese beginnt in aller Regel mit der visuellen und radiologischen Untersuchung des Kauorgans. Daran schließt sich dann eine "Manuell provokative Untersuchung" der verschiedenen Sturkturen des Kauorgans an. Also der Muskeln, Bänder und Gelenke. Hier erhebt der Behandler die verschiedensten Befunde! Das reicht aber noch nicht zur Diagnostik einer "CMD". Um die Diagnose einer "CMD" stellen zu können, bedarf es des Nachweises, dass die erhobenen Befunde auch ursächlich in den vermuteteten Störungen des Bisses begründet sind! Und genau das wird häufig nicht gemacht, sondern wenn sich aus den Angaben des Patienten Befunde im Kauorgan des Patienten vermuten lassen, wird schon die Diagnose "CMD" gestellt und eine Therapie eingeleitet! Genau das ist aber nicht möglich!

Denn es fehlt der entscheidende Schritt. Es muss folgender Nachweis geführt werden: Wenn die Störungen im Biss ausgeschaltet werden, verschwinden dann auch die Beschwerden des Patienten oder werden zumindest merkbar gelindert. Genau das ist die Aufgabe des "Adjustierten Aufbissbehelfs", der im Rahmen der Diagnostik, möglichst 24 Stunden am Tag getragen werden muss. In aller Regel gelingt es, in den Fällen, in denen eine "CMD" nachweisbar ist, diesen Nachweis in 24 bis 72 Stunden zu erbringen! Unsere Erfahrung ist die, dass es nach 3 Wochen Tragezeit des Aufbissbehelfs, ohne erkennbare Verbesserung des Beschwerdebildes, sehr unwahrscheinlich wird, dass sich dieser ursächliche Zusammenhang noch nachweisen lässt.

Das heißt: Der "Adjustierte Aufbissbelf" in dieser Funktion ist ganz eindeutig und ausschließlich eine "Diagnostikum"!

Und eben keine "Therapie" wie immer wieder behauptet wird. Wenn die Diagnose einer "CMD" gestellt werden kann und der Patient trägt den Aufbissbehelf dann weiter, weil dieser dem Patienten Linderung oder Beschwerdefreiheit verschafft, bis eine kausale Funktionstherapie in Angriff genommen werden kann, dann bekommt der "Adjustierte Aufbissbehlf" die Funktion einer "Übergangstherapie"!

Was verbirgt sich dann aber hinter dem Begiff der "Funktionstherapie"? Hier kann man unterscheiden zwischen einer "Symptomatisch orientierten Funktionstherapie", die zum Beispiel in dem Weitertragen de Aufbissbehelfs, einer Physiotherapie oder einer Osteopathie bestehen kann. Das Problem bei einer "Symptomatischen Vorgehensweise"! Der Patient wird zum lebenslangen Dauerbehandlungfall, weil die Ursache der Beschwerden nicht beseitigt wird! Genau das ist aber der Ansatz der "Kausalen Funktionstherapie"! Hier werden die Störungen im Biss des Patienten beseitigt. Das kann zum einen durch Einschleifmaßnahmen erfolgen, was eher sehr selten möglich ist, oder durch eine Neueinstellung der statischen und dynamischen Okklusion durch Teilkronen, Veneers, Facetten, Kronen und Brücken. Das Ziel diesr kausalen Behandlung besteht darin, dass der Patient nach Abschluss der "Kausalen Funktionstherapie" beschwerdefrei ist und zwar ohne dass er irgendwelche Apparaturen im Mund tragen muss!

"Sie können mir bestimmt auch nicht helfen!"

Es ist nicht nur nicht zielführend, sondern oftmals hinderlich, wenn die Patienten ihre schlechten Erfahrungen mit anderen Behandlern und deren Verfahren über das sachlich Notwendige hinaus schildern. Das ist zwar menschlich nachvollziehbar, belastet aber die Aufklärung des Sachverhaltes. Warum? Weil der Patient zum einen bereits "negativ" aufgeladen ist: "Sie können mir bestimmt auch nicht helfen." Zum anderen, weil wir uns selbst fragen, wie wir diesen Patienten überhaupt helfen könnten, wenn diese nicht nur kein Vertrauen in unsere Fähigkeiten mitbringen, sondern unsere Bemühungen um Aufklärung damit konterkarieren, in dem hier die Klagen hervor gebracht werden, die an anderer Stelle enstanden sind und dorthin gehören! Das bedeutet nicht, dass der Patient nicht kritisch sein sollte. Aber dann bitte an der Stelle, von der er sich nicht gut behandelt fühlt. Dieses ganz einfache Prinzip erleben wir immer wieder aufs Neue verletzt, wenn wir Mißtrauen erleben, das auf der Erfahrung mit Vorbehandlern beruht. Wir wollen Ihre bisherigen Erfahrungen nicht ausblenden! Wir wollen diesen Erfahrungen aber den Platz geben, der ihnen gebührt. Es waren möglicherweise Fehlversuche, die Teil des Weges sind, den ein Patient gehen musste, um sein Ziel zu erreichen. Wir versuchen es nun besser zu machen. Dazu benötigen wir aber das Vertrauen des Patienten. Und einem Patienten, der überzeugt ist: "Sie werden mir auch nicht helfen können, und eigentlich geht es mir nur darum das noch einmal zu erfahren", dem ist auch nicht zu helfen! Davon sind wir dann überzeugt! Ganz unangenehm wird es, wenn Patienten in der erfolglosen Vorbehandlung viel Geld bezahlt haben, unzufrieden sind, und an uns nun die Erwartung richten, das inzwischen noch belastendere Problem doch bitte mit geringerem Aufwand zu lösen, als sie bisher erleben durften. In dem Sinne: "Bei Ihren Vorgängern habe ich viel Geld für nichts bezahlt. Nun beseitigen Sie doch im Ausgleich, trotz größeren Aufwandes, für weniger Geld meine Beschwerden." Einer derartigen Erwartungshaltung, stehen wir in diesen gelegentlichen Fällen, dann etwas hilflos gegenüber.

Ursachen der CMD:
Bei der "Craniomandibulären Dysfunktion" handelt es sich um eine Erkrankung mit mehreren Ursachenfaktoren (multifaktoriell). Das ist aber nicht ungewöhnlich, denn ausnahmslos jede Erkrankung ist multifaktoriell! In der Praxis ist es sinnvoll sich auf die Gegebenheiten zu konzentrieren, die regelmäßig auftreten und einer Therapie zugänglich sind. Es ist daher nicht Sinn dieser Darstellung eine akademische Diskussion über alle Details der Erkrankung zu führen, die dem Betroffenen nicht weiterhilft. Craniomandibuläre Dysfunktionen entstehen häufig auf der Grundlage einer veränderten Bisslage.

In der Ursachendiskussion wird regelmäßig auf den Faktor "Stress" hingewiesen. Dabei wird übersehen, dass "Stress" für sich gesehen nichts Schädliches ist. "Stress" ist ein natürlicher und auch notwendiger Teil unseres Lebens. Im englischen Sprachgebrauch wird der Begriff des „Stress“ besser definiert. Ein positiver, lebensfördernder Stress wird dort als Eustress, ein schädlicher Stress hingegen als Dystress bezeichnet. Allein schon an der undifferenzierten Nutzung des Begriffs „Stress“ im deutschen Sprachgebrauch lässt sich erahnen, dass dieser Begriff häufig fehlinterpretiert und noch häufiger falsch angewandt wird. Nur der so genannte "Dysstress" kann im Zusammenhang mit "CMD" eine gewisse Bedeutung als Begleitfaktor besitzen.

Als eigentliche Ursache "Craniomandibulärer Dysfunktionen" ist daher immer zu prüfen, ob eine Störung der Okklusion (Biss) vorliegt. Hinter dem umgangssprachlichen Begriff des Bisses verbirgt sich weit mehr, als nur das Zusammenbeißen der Zähne (Statische Okklusion), sondern auch die wesentlich komplexere dreidimensionale Bewegung der Zähne von Ober- und Unterkiefer gegeneinander, beispielsweise bei den Mahl-, und Kaubewegungen (Dynamische Okklusion). Aber eben auch bei allen Sprechbewegungen!

Bereits Störungen der statischen und/oder dynamischen Okklusion im Bereich von circa 10/1000 mm können ausreichen, um schwerwiegende Störungen und Beschwerden bei diesen Patienten auszulösen. Die Kombination Fehlbiss und Dystress ist eine Kombination, die stark "CMD" krankheitsfördernd wirkt, vor allem dann, wenn auch noch eine Prädisposition vorhanden ist.

Es werden noch weitere Faktoren diskutiert, die zum Auftreten einer "Caniomandibulären Dysfunktion" beitragen können. Hier sind unter anderem Störungen des Stützapparates zu nennen. Häufig sind diese Faktoren nur sehr erschwert aufzudecken und in der Regel therapeutisch nicht oder nur in geringem Ausmaß zu beeinflussen. Diese Diskussion ist häufig akademisch geprägt und in der Praxis nicht zielführend. Es ist ein weit verbreiterter Irrtum der Mensch sei ein feinmechanischer Apparat, der nur dann einwandfrei funktioniere, wenn alle Bestandteile des Körpers ideal zusammenarbeiten. Beispielhaft sei angeführt, dass circa 90% der Bevölkerung über unterschiedliche lange Beine verfügen. Es handelt sich hier um einen Normalbefund, dem in der Diskussion um die Ursachen der craniomandibulären Dysfunktion häufig eine entscheidende Bedeutung zugemessen wird, die diesem aber nicht zukommt.

Als Ursachen eines Fehlbisses spielen in der Praxis folgende Ursachen eine relevante Rolle:

Angeborene Störungen der Bisslage.
Störungen der Bisslage durch unsachgemäß durchgeführte kieferorthopädische Behandlungsmaßnahmen.
Störungen der Bisslage durch unsachgemäß erstellte Zahnfüllungen, Kronen, Brücken und Prothesen.
Traumatische Ereignisse, wie Unfälle, Auffahr-, Sport-, Berufsunfälle.
Tumore, die extrem selten vorkommen.

Es kann sich auch um eine Kombination der verschiedenen Punkte handeln. In der Praxis und mit fortgeschrittenem Alter ist es kaum möglich herauszufinden, welches der genannten Kriterien krankheitsauslösend war.

Ein weiteres, wesentlich schwieriger zu erklärendes Problem "Craniomandibulärer Dysfunktionen" liegt in der so genannten "Kompensation". Wie bereits erwähnt, ist der Körper kein feinmechanischer Apparat. Dass ein Gesicht nicht symmetrisch aufgebaut ist, wird dem Leser häufig an Fotomontagen in der Presse dargestellt. Der gesamte Körper ist ebenso wenig symmetrisch aufgebaut, wie man an sich selbst feststellen kann. Der Körper ist daher so konzipiert, dass er Ungenauigkeiten oder Asymmetrien funktionell ausgleichen kann. Man spricht hier von „Kompensation“. Beispielhaft soll dieser Mechanismus an einer Situation dargestellt werden, die fast jeder nachvollziehen kann. Der Patient geht zum Zahnarzt und erhält eine neue Füllung. Kurze Zeit nachdem die Lokalanästhesie nachgelassen hat, hat der Patient das Gefühl etwas stimme nicht mit seinem Biss. Am nächsten Tag sucht er seinen Zahnarzt wieder auf, der eine Korrektur der Füllung vornimmt. Die Situation scheint verbessert, der Patient hat aber immer noch das Gefühl, etwas stimme nicht ganz. Nach einiger Zeit hat der Patient dann aber das Gefühl, er habe sich an die neue Situation gewöhnt. Es passiert nichts weiter. Medizinisch gesehen greift nunmehr der Mechanismus der Kompensation. Obwohl der Biss einer funktionellen Störung durch diese nicht ganz korrekte Füllung unterliegt, funktionieren die Abläufe im Kauorgan weiterhin weitgehend ungestört. Im Lauf der Jahre erhält der Patient wiederholt Füllungen und inzwischen auch erste Kronen. Immer wieder einmal hat der Patient, nach den durchgeführten Maßnahmen, das Gefühl sein Biss sei wieder ein bisschen anders, als zuvor. Jedes Mal wieder greift der Mechanismus der Kompensation. Dann erhält der Patient nach einer gewissen Zeit wieder eine neue Krone, die nicht exakt passt. Wochen nach der Eingliederung der Krone, beklagt der Patient unerwartet zunehmende Beschwerden im Kopfbereich. Die Beschwerden treten zum Beispiel im Bereich der Ohren, der Augen im Hals-, Schulter-, Nackenbereich auf oder ähneln denen vermeintlicher Kopfschmerzen/Migräne. Der Patient sucht nunmehr einen Facharzt nach dem anderen auf. Hirntumore, Multiple Sklerose, Bandscheibenvorfall werden ausgeschlossen. Mit zunehmenden diagnostischen Bemühungen werden die Verdachtsdiagnosen immer abenteuerlicher. Häufig, vor allem bei Frauen, werden zum Schluss psychische Probleme verantwortlich gemacht und der Betroffene in die „psychosomatische Ecke“ abgedrängt. Auch Zahnärzte werden mit diesen Patienten konfrontiert, erkennen aber die CMD-Symptomatik nicht immer. Es entwickeln sich so häufig wahre medizinische Odysseen, die die Patienten immer mehr psychisch zerrütten. Es erscheint dem Betroffenen dann schier unglaublich, wenn ihm eröffnet wird, dass es sich um ein zahnärztliches Erkrankungsbild handelt, denn schließlich befindet sich jeder in zahnärztlicher Behandlung, ohne dass dieses Thema dort bisher zur Sprache gekommen wäre.

Um noch einmal das Entscheidende der Kompensation zusammenzufassen: Der Patient erkrankt immer an dem Krankheitsbild ohne dies selbst zu merken! Der Prozess der Kompensation, mit dem der Organismus versucht, trotz der bestehenden Störung, funktionsfähig zu bleiben, kann häufig viele Jahre, manchmal ein Leben lang andauern. Umso unverständlicher erscheint es dem Betroffenen dann, dass dieser Mechanismus, ohne erkennbaren Anlass, auf einmal wegen Überlastung zusammenbricht. So wacht der Patient auf einmal morgens auf und beklagt Kopfschmerzen, die nicht mehr verschwinden wollen und die er vorher niemals hatte. Es bedarf dann nicht nur des spezialisierten Wissens um die Erkrankung, sondern auch der kommunikativen Fähigkeit, dem Patienten diese sehr komplexen Sachverhalte verständlich darzustellen.

Da jeder Mensch nur seine eigene Befindlichkeit kennt und mit dieser sein Leben bewältigt, ist es für den Einzelnen fast unmöglich zu erkennen, ob sein Biss stimmt, oder ob er seinen unstimmigen Biss unbewusst ausgleicht, damit dieser trotzdem funktioniert. Je komplexer sich ein Organ in seinen Funktionen darstellt, um so eher besteht die Gefahr der Schädigung durch permanente Fehlbelastung. Das Kauorgan hat sich im Laufe der Evolution von einem „einfachen“ Nahrungszerkleinerungsorgan“ hin zu einem hochkomplexen „Kommunikationsorgan“ entwickelt, das praktisch unentwegt in Funktion ist.

Wenn hier etwas auf Dauer nicht stimmt, überfordert die Kompensation die Strukturen des Kauorgans, hier vor allem die Muskeln, Bänder und Gelenke. Man muss sich vor Augen halten, dass die Kau/Kopfmuskulatur in der Lage ist zwischen den Backenzähnen Kräfte von bis zu 100kg/cm2 aufzubauen. Es dauert einige Zeit bis sich diese fehlbelasteten Gewebe mit Beschwerden melden. Es beginnt dann der Prozess der Dekompensation, der nach individuell ganz unterschiedlicher Zeitdauer zu subjektiven Beschwerden, wie Schmerzen und Verspannungen führt.

Auf die Möglichkeit der "CMD-Auslösung" durch kieferorthopädische Veränderungen des Bisses sei hingewiesen. Auffällig sind Kopfschmerzen, die im Anschluss an diese Behandlungen entstehen und nicht als CMD-bedingte-Kopfschmerzen erkannt werden.

Das gleiche gilt für Kopfschmerzen, muskuläre Verspannungen und Kiefergelenkknacken, die nach Eingliederung neuer Kronen, Brücken oder Prothesen auftreten können. In diesem Zusammenhang muss darauf hingewiesen werden, dass die Vermeidung, Erkennung und Behandlung von CMD zu Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung nicht möglich ist.

Wichtig ist, dass die Beschwerden praktisch niemals im direkten, zeitlichen Zusammenhang zu dem auslösenden Ereignis stehen. Es liegen in der Regel immer mehrere Tage, Wochen oder gar Monate, manchmal auch Jahre zwischen auslösendem Ereignis und dem erstmaligen Auftauchen dieser Beschwerden. Dies macht es vor allem dem nicht spezialisierten Therapeuten so schwer diese ursächlichen Zusammenhänge zu erkennen!

Häufigkeit der Erkrankung:
Die Angaben hierüber schwanken. Dies hängt damit zusammen, dass die vorhandenen Symptome stark differieren können. Ein anderer Grund liegt in der unterschiedlichen Bewertung zwischen der Häufigkeit des Auftretens von Symptomen und der Einschätzung, ab welchem Beschwerdegrad eine funktionelle Therapie notwendig ist.

Hanson gibt in seinem Buch „Funktionsstörungen im Kauorgan“ an, dass 20- 30% der Bevölkerung einer Behandlung bedürften. Das ICCMO gibt in seinem Ratgeber "Der etwas andere Kopfschmerz“ an, dass circa 60% der Bevölkerung an den Symptomen einer "CMD" leiden. Irgendwo zwischen diesen Angaben liegt die „Wahrheit“, wie hoch der Prozentsatz der Bevölkerung liegt, der einer "CMD-Behandlung" bedarf.

Die Entstehung immer neuer Schmerzkliniken, der von Jahr zu Jahr zunehmende Verbrauch an Schmerzmitteln wegen Kopfschmerzen deutet daraufhin, dass sich der Behandlungsbedarf der Bevölkerung wegen "CMD verursachter Beschwerden" stetig erhöht, ohne dass die notwendigen fachlich spezialisierten Kapazitäten zur Verfügung stünden.

Festzustellen bleibt, dass in den Schmerzkliniken nur die schmerzhaften Symptome von "CMD"behandelt werden, ohne dass die eigentliche Ursache dieser Schmerzen und Beschwerden erkannt wird. Dies liegt vorrangig darin begründet, dass in Schmerzkliniken überwiegend Mediziner praktizieren, denen ausbildungsbedingt der Bezug zum Fachgebiet Zahnheilkunde fehlt. Defizite in der Ausbildung der Zahnärzte sorgen dafür, dass von den Hauszahnärzten häufig keine Impulse zu einer Erkennung der ursächlichen "CMD" ausgehen.

Behandlungsansätze

1. Symptomatischer Behandlungsansatz:
Dieser konzentriert sich auf die Verminderung der Beschwerden ohne deren Ursache aufzudecken oder zu behandeln.

Es ist das Kennzeichen aller symptomatischen Behandlungen, dass sie das „Übel nicht an der Wurzel packen“, sondern sich darauf konzentrieren die Beschwerden zu vermindern. Der Vorteil dieser Maßnahmen liegt darin, dass sie schnell wirken, nur geringen behandlerischen Aufwand verursachen und tief greifende Veränderungen vermeiden. Viele Behandlungsmaßnahmen der Medizin und Zahnmedizin sind symptomatisch orientiert. Dies liegt unter anderem daran, dass sich die Ursachen von Erkrankungen häufig nicht exakt feststellen lassen, die genauen Erkrankungsmechanismen nicht bekannt sind und vor allem die Ursachen häufig nicht beseitigt werden können! Dies trifft vor allem auf die Schmerzbekämpfung zu, da bis heute nicht geklärt ist, wie genau Schmerz entsteht und wahrgenommen wird. Das typische Beispiel einer symptomatischen Behandlungsmaßnahme ist daher die Kopfschmerztablette. Das Problem dieser symptomatischen Behandlungen besteht darin, dass gar nicht das Ziel besteht die Ursache der Beschwerden herauszufinden und zu beseitigen. Der symptomatische Behandlungsansatz stellt deshalb häufig nur eine medizinische Notlösung dar, weil es nicht gelingt die eigentliche Ursache der vorhandenen Beschwerden heraus zu finden. Der Betroffene wird in der Regel zum Dauerpatienten, der seine Beschwerden mit Schmerzmitteln zu lindern versucht. Dabei werden die individuellen Folgen des chronischen Schmerzmittelkonsums, der bereits bei einer regelmäßigen Schmerzmitteleinnahme von länger als drei Monaten besteht, in der Bevölkerung vollkommen unterschätzt. Magenblutungen und irreversible Nierenschädigungen sind regelmäßige Folge einer chronischen Schmerzmitteleinnahme. Unabhängig davon, dass Schmerzmittel nach längerem Gebrauch nur noch unvollständig wirken, findet vor allem in der Werbung eine vollkommen inakzeptable Bagatellisierung der chronischen Schmerzmitteleinnahme durch die Pharmaindustrie statt. Der symptomatische Behandlungsansatz ist häufig nur ein medizinischer Notnagel, der sich aber bei CMD Patienten zum Haupttherapieinstrument entwickelt hat. Der häufige und dauerhafte Einsatz von Antidepressiva in diesem Zusammenhang muss schon als medizinischer Offenbarungseid betrachtet werden!

2. Kausaler Behandlungsansatz:
Dieser versucht die Ursachen der Erkrankung aufzudecken und nachfolgend therapeutisch zu beseitigen.

Kopfschmerzen, Hals-, Schulter- und Nackenbeschwerden können ganz unterschiedliche Ursachen haben. Der kausale Behandlungsansatz versucht herauszufinden, wodurch diese Beschwerden verursacht werden. Nachfolgend sorgt dann eine ursachenbezogene Behandlung dafür, dass die schmerzhaften Beschwerden dauerhaft verschwinden. Bei craniomandibulären Dysfunktionen liegt die Ursache der verschiedenen Beschwerden häufig in einer Störung der Funktion des Kauorgans. Wenn in einer vorgeschalteten Beweisdiagnostik zweifelsfrei und reproduzierbar der Nachweis zwischen dem Auftreten der Beschwerden und den Störungen im Biss nachgewiesen wurde, liegt die Indikation zu einer weiterführenden, zahnärztlich-funktionellen Behandlung vor. Diese besteht zuerst darin die vorliegenden Diskrepanzen des Bisses mit Hilfe verschiedener Vermessungstechniken aufzudecken. Nachfolgend ist dann zu klären, welche Maßnahmen notwendig sind, den Biss zu korrigieren.

3. Behandlungsansätze, die unterstützend wirken können:
In diese Kategorie fallen unter anderem physiotherapeutische und osteopathische Begleitmaßnahmen. Diese können im Rahmen einer CMD-Behandlung eine äußerst hilfreiche Begleittherapie darstellen, die als unterstützende Maßnahme die zahnärztlich-funktionelle Therapie beschleunigt. Werden physiotherapeutische Maßnahmen als alleinige Therapie von CMD-Beschwerden durchgeführt, wirken diese nur symptomatisch und die Beschwerden verschwinden nur solange, wie die Strukturen behandelt werden. Typischerweise treten die Beschwerden bereits kurze Zeit, nachdem eine Behandlungseinheit abgeschlossen wurde, wieder auf. Dies ist dann auch der Beweis dafür, dass die Ursachen der Schmerzen und Verspannungen nicht primär muskulärer oder osteopathischer Art sind. Der Patient wird auch hier zum Dauerpatienten und nimmt in der Regel dauerhaft schmerzlindernde- oder andere Medikamente.

Beschwerden, die auf eine "CMD" hinweisen:
Die Symptome von "CMD" sind vielfältig und fallen nicht in das berufstypische Betätigungsfeld des Zahnarztes. Der aufgesuchte Arzt hingegen findet für die beklagten Symptome in der Regel kein adäquates Erkrankungsbild. Deshalb werden die Patienten gelegentlich als atypisch Erkrankte, oder als psychosomatisch „eingebildete“ Erkrankte klassifiziert. Diese Verlegenheitsdiagnosen führen oftmals zu einer weiteren Steigerung der Symptome, weil die Betroffenen sich mit ihren Beschwerden nicht ernst genommen fühlen. Dies wiederum führt dann zur „Bestätigung“, dass es sich um eine psychisch geprägte Erkrankung handeln muss. Ein Teufelskreislauf, den es aufzubrechen gilt! Hier bedarf es des "CMD-Spezialisten".

Sehr häufig werden die Symptome von "CMD" anderen Erkrankungen zugeordnet. „Jeder Arzt/Zahnarzt/Physiotherapeut/Heilpraktiker kann nur das Krankheitsbild diagnostizieren, das er kennt! Passen einzelne Symptome nicht, wird gelegentlich ein „atypisches Erscheinungsbild“ der angenommenen Erkrankung diagnostiziert. Die folgende Auflistung beschränkt sich auf typische Erscheinungsbilder. Der Patient vermutet anhand seiner Symptomatik Beschwerden an bestimmten Organen oder Geweben. und sucht dann den vermeintlich zuständige Facharzt auf. Es ist das ABSOLUT TYPISCHE an "CMD", dass trotz fachärztlicher Abklärung, keine krankhaften Befunde an den untersuchten Organen/Geweben zu erheben sind, die eine nachvollziehbare Diagnose zulassen. Der Patient gerät in einen Teufelskreislauf immer weiterer Beschwerden und ärztlicher Ratlosigkeit. In Klammern angegeben sind die Fachärzte und anderen Gesundheitsberufe, die gewöhnlicherweise wegen der Beschwerden aufgesucht werden. Bei den "CMD" verursachten Beschwerden aber nicht helfen können. Dass diese Patienten häufig auch ihren Hausarzt aufsuchen, sei erwähnt. Häufig werden, nachdem die Schulmedizin „ausgereizt“ ist, Angehörige der Komplementärmedizin aufgesucht. Viele dieser Betroffenen sind zeitlebens auf der Suche!

Kopfschmerzen
(Schmerzklinik, Neurologe, Neurochirurg, Anästhesist)

Der Kopfschmerz ist eines der Leitsymptome der CMD. Er kann einseitig oder beidseitig auftreten. Typischerweise ist der Schläfenbereich betroffen, bis in die Stirn hineinziehend. Aber auch im Bereich des Hinterhauptes. Fast immer nehmen die Betroffenen zu Unrecht an, die Schmerzen zögen aus dem verspannten Halsbereich in den Kopf hinein (Aufsteigende Symptomatik). Bei "CMD" liegt aber regelmäßig eine absteigende Symptomatik vor. Hals-, Schulter-, Nackenbeschwerden sind hier Folge der funktionellen Störung des Kauorgans.

Typisch sind auch Kopfschmerzen nach erfolgter kieferorthopädischer Behandlung oder nach zahnärztlichen Behandlungsmaßnahmen.

Gesichtsschmerzen
(Schmerzklinik, Neurologe, Neurochirurg, Anästhesist)

Gesichtsschmerzen können vielfältige Ursachen haben. Sie können durch Entzündungen der Kieferhöhlen hervorgerufen werden, durch Entzündungen der Zahnnerven oder durch Entzündungen aus dem Zahnhalteapparat. Diese Beschwerden lassen sich relativ einfach nachweisen. Gesichtsschmerzen können aber auch als projizierte Schmerzen aus fehlbelasteten Kiefergelenken oder der Kaumuskulatur stammen. Hier wird häufig die Fehldiagnose einer Trigeminusneuralgie gestellt oder, weil ein Nachweis über eine typische Triggerzone nicht möglich ist, die Diagnose einer „atypischen“ Trigeminusneuralgie. Dabei sind Trigeminusneuralgien immer Erkrankungen des älteren Menschen, kommen in Verbindung mit Arteriosklerose vor und sind extrem selten! Die Diagnose: Trigeminusneuralgie/atypische Trigeminusneuralgie ist die typische Verlegenheitsdiagnose und führt die Patienten fast immer auf einen falschen behandlerischen Weg! Die Trigeminusneuralgie gehört zu den extrem seltenen Erkrankungen und kommt noch weit seltener vor als der Cluster-Kopfschmerz! Haben Sie schon einmal etwas vom Cluster-Kopfschmerz gehört? Jemals konkret von einem solchen Patienten gehört? Patienten mit „verlegenheitsdiagnostizierter“ Trigeminusneuralgie kennen Sie mindestens einen in Ihrem Bekanntenkreis!

Sensibilitätsstörungen im Gesicht
(Neurologe, Neurochirurg, Anästhesist) Es kann im fortgeschrittenen Stadium der CMD zu Sensibilitätsstörungen im Gesicht kommen. Typischerweise treten diese Sensibilitätsstörungen einseitig auf. können aber auch beidseitig auftreten! Sie werden vom Patienten beschrieben als prickelndes Gefühl, als Ziehen oder als spinnenwebenartiges Gefühl. Auch eine Taubheit in einem größeren Gesichtsbereich (ohne operativen Voreingriff) wird relativ häufig beschrieben. Die Störungen reichen bis in die Kinn- oder Nasenspitze oder in die Lippen. Die Patienten sind in der Regel sehr beunruhigt weil es keine vernünftige Erklärung für diese Beschwerden gibt. Häufige Verlegenheitsdiagnose: Atypische Trigeminusneuralgie!

Schwellungen im Gesichtsbereich
(HNO, Zahnarzt, Kieferchirurg, Neurologe) Im Rahmen unphysiologischer, parafunktioneller Aktivitäten kommt es relativ häufig, mal mehr und mal weniger, zu Schwellungen im Bereich der Wange und der Schläfe. In der Regel kommt es beim Auftreten dieser Schwellungen auch zu einer vermehrten Durchblutung und Rötung dieser Bereiche. Dies kann vom Patienten fälschlicherweise als eine allergene Erscheinung aufgenommen werden, oder sogar im Sinn einer atypischen Trigeminusneuralgie gedeutet werden!

Wackelnde Zähne
(Zahnarzt)

„Wenn die Zähne wackeln, wackelt die Psyche“. Eine Lebensweisheit, die vor allem auf Kinder in der Phase des Zahnwechsels zutrifft. Betroffen sind aber auch CMD-Patienten, wenn sich die Zähne durch jahrelange Fehlbelastungen in ihren Zahnfächern gelockert haben und keinen sicheren Biss mehr ermöglichen. Diese Zahnlockerungen treten häufig auch im Zusammenhang mit Entzündungen des Zahnfleisches und des Zahnhalterapparates auf. Führen Parodontosebehandlungen nicht zu einem Verschwinden dieser Beschwerden, ist fast immer eine CMD als Ursache dieser Beschwerden verantwortlich. Hinter so genannten therapierefraktären Parodontitiden stehen häufig funktionelle Erkrankungen des Kauorgans!

Blähungen
(Internist, Heilpraktiker)

Viele dieser Patienten beklagen im Verlauf ihrer „CMD-Karriere“ zunehmende Blähungen, für die es keine sinnvolle Erklärung gibt. Das Thema selbst ist vielen Patienten peinlich, so dass die Betroffenen in der Regel mit großem Erstaunen reagieren, wenn sie in der Erhebung der zahnärztlich-funktionellen Krankengeschichte zu diesem Punkt befragt werden. Ob es sich bei diesen Verdauungsstörungen um eine direkte Folge einer gestörten Zerkleinerung der Nahrung, infolge der Einschränkung der Muskelbeweglichkeit der Kaumuskulatur handelt, oder um eine Störung des vegetativen Nervensystems, ist unklar. Letztendlich steht die unphysiologische Blähung am Ende eines Verdauungstraktes, dessen Anfang ein funktionsgestörtes Kauorgan darstellt. Beachten Sie bitte die zunehmende Bewerbung von antiblähenden Medikamenten in der Werbung!

Sensibilitätsstörungen der oberen Extremitäten
(Neurologe, Neurochirurg, Anästhesist)

Die Sensibilitätsstörungen können in seltenen Fällen bis in die Fingerspitzen hinunterreichen und äußern sich in Taubheitsgefühlen oder Kribbeln im Arm und Fingerspitzen. Hier werden Nervenverläufe durch verspannte Muskulatur im Hals-, Schulter-, Nackenbereich irritiert. Unter bestimmten Umständen kann dies auch zu den Symptomen eines so genannten „Tennisarmes“ führen.

Augen
(Augenarzt)

Gelegentlich kommt es bei CMD zu stichartigen Schmerzen hinter den Augen. Diese werden durch einen fehlbelasteten Muskel verursacht, der für die Vorwärts- und Seitwärtsbewegungen des Unterkiefers verantwortlich ist und hinter der knöchernen Augenwand in der „Flügelgaumengrube“ befestigt ist. Diese liegt hinter der knöchernen Augenhöhle, was vom Patienten nicht unterschieden werden kann. Besonders eindrucksvoll ist diese Symptomatik, weil sie in der Regel direkt nach dem Essen ihren Höhepunkt findet.

Ohren
(Hals-, Nasen-, Ohrenarzt)

CMD-Patienten klagen häufig über „Ohrenprobleme“, für die sich trotz HNO-ärztlicher Untersuchungen keine plausible Erklärung findet. Die Schmerzen stammen tatsächlich nicht aus dem Ohr, sondern aus dem direkt dem Ohr benachbarten Kiefergelenk. Durch provokative manuelle Untersuchungstechniken lassen sich diese „Ohrenschmerzen“ auslösen.

„Migräne“
(Neurologe, Neurochirurg, Schmerztherapeut/Anästhesist)

Viele Patienten glauben an Migräne oder an einer „atypischen Migräne“ zu leiden und werden auf dieses Krankheitsbild hin behandelt. Der Begriff der Migräne ist so wie der Begriff der Trigeminusneuralgie eine häufige Verlegenheitsdiagnose. Die „echte Migräne ist eine primäre Kopfschmerzerkrankung, für die es bis heute keine ursächliche Therapie gibt. Häufig verbirgt sich hinter der Fehldiagnose „Migräne“ nichts anderes als die muskuläre Symptomatik einer CMD. Besonders die Diagnose „atypische Migräne“ sollte jeden Betroffenen misstrauisch machen. Bei der nicht seltenen Kombination „CMD und Migräne“ sinken nach erfolgreicher CMD-Therapie Schmerzniveau und die Häufigkeit der Migräneattacken in der Regel erheblich.

Zugempfindlichkeit
(Neurologe)

CMD-Patienten berichten häufig über eine ausgeprägte Zugempfindlichkeit am Kopf. Bereits der „Fahrtwind“ beim Einkaufsbummel in der Stadt, beim Fahrradfahren oder beim Spazierengehen am Strand führt zum Auftreten der Kopfschmerzen im seitlichen Kopfbereich. Deshalb werden bereits bei milden Temperaturen Schals, Mützen oder Stirnbänder getragen, um die Muskulatur am Kopf vor Abkühlung durch vorbei streichende Luft zu schützen, Diese muss nicht einmal kalt sein. Die kopfschmerzprovozierenden Ereignisse werden vermieden, was teilweise erheblichen Einfluss auf die Lebensgestaltung hat.

Biss
(Kieferorthopäde, Kieferchirurg, Zahnarzt)

Gelegentlich hat der Patient das Gefühl sein Biss stimme nicht. Dies äußerst sich zum Beispiel darin, dass nicht alle Zähne gleichzeitig zusammenbeißen, oder ein Gefühl besteht, als sei Luft zwischen den Backenzähnen, während die Frontzähne schon fest aufeinander beißen. Oft besteht auch das Gefühl der Biss verschiebe sich beim Zusammenbeißen.

Kieferschmerzen
(Kieferchirurg, Zahnarzt)

Es kommt häufig zu Schmerzen in den Kiefern. Diese „wandern“ sowohl von Seite zu Seite, wie auch von oben nach unten. Es handelt sich hierbei um projizierte Schmerzen, die ursächlich aus der fehlbelasteten Kaumuskulatur und/oder den Kiefergelenken stammen, die den Unterkiefer mit dem Gesichtsschädel verbinden. Alternative Ursachen wie Parodontitis, Neuralgien, Dentopathien (Beschwerden aus dem Zahn) oder aber auch Tumore müssen vom Spezialisten ausgeschlossen werden.

Kieferhöhlenentzündung
(HNO, Kieferchirurg)

CMD Patienten klagen häufig über Beschwerden im Bereich des Jochbeins, im mittleren Teil der seitlichen Gesichtshälfte. Häufig wird hier eine Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis) angenommen, die aber vom HNO-Arzt nicht bestätigt werden kann. Bei CMD-Patienten handelt es sich hier regelmäßig um eine Schmerzprojektion eines Muskels, der auch für die stichartigen Schmerzen hinter dem Auge verantwortlich ist. Siehe auch „Augen“.

Kiefergelenkknacken/-schmerzen
(Zahnarzt, Kieferorthopäde, Kieferchirurg)

Die Kiefergelenke reagieren häufig schmerzhaft unter Belastung. Ein Kiefergelenkknacken deutet häufig darauf hin, dass es mechanische Probleme im Gelenk gibt. Die Ursache liegt in einer Fehlbelastung der Gelenkstrukturen. Da die Gelenke nicht durchblutet werden, sondern über die Gelenkflüssigkeit ernährt werden, besteht eine äußerst geringe Regenerationsfähigkeit. Es kann daher sehr nachteilig sein in den Zerstörungsfortgang der Gelenke nicht einzugreifen, da es bis heute keine therapeutischen Möglichkeiten gibt ein geschädigtes Kiefergelenk wieder herzustellen. Je früher hier eine Behandlung erfolgt umso besser. Die Meinung vieler Zahnärzte hier müsse nicht behandelt werden, so lange der Patient keine Beschwerden hat, teilt der Verfasser nicht. Sind Strukturen der Kiefergelenke erst einmal unwiederbringlich zerstört, gibt es keine Behandlung mehr, die noch helfen könnte! Besonders schwierig wird es, wenn der Patient auf einmal nicht mehr den Mund öffnen kann. Diesem extremen Ereignis geht immer eine jahrelange, funktionelle Vorgeschichte voraus, ohne dass eine adäquate Behandlung erfolgt wäre!

Hals-, Schulter-, Nackenbereich
(Orthopäde, Physiotherapeut, Osteopath)

Verspannungen der Kaumuskulatur können sich von oben am Kopf beginnend über die verschiedenen Muskelgruppen nach unten hin fortsetzen. (Absteigende Symptomatik) Bei den Patienten besteht hingegen häufig der falsche Eindruck die Beschwerden am Kopf wären eine Folge der Verspannungen im Hals-, Schulter-, Nackenbereich, die nach oben hin aufsteigen. (Aufsteigende Symptomatik) Es ist möglich zweifelsfrei nachzuweisen, ob es sich um eine aufsteigende oder absteigende Symptomatik handelt.

Ohnmacht
(Neurologe, Neurochirurg)

Eine sehr seltene Erscheinung im Zusammenhang mit CMD, die nach erfolgter kausaler Therapie ausbleibt, wenn sie CMD verursacht ist.

Schwindel
(Neurologe)

Eine seltene Erscheinung bei CMD, bei der immer mit Vorsicht zu prüfen ist, ob es einen Zusammenhang zwischen Beschwerden und CMD gibt. Prinzipiell gilt: Je länger die Beschwerden bestehen und je älter der Patient ist, umso unwahrscheinlicher ist es, dass diese Beschwerden in Folge einer CMD-Behandlung wieder verschwinden.

Psyche
(Psychologe, Neurologe, Psychiater)

Ein Mensch, der an dauernden Schmerzen leidet, ergebnislos einen Arzt nach dem anderen konsultiert und weder nachvollziehbare Erklärung noch Behandlung seiner Beschwerden erfährt, leidet irgendwann auch psychisch unter seinen körperlichen Beschwerden. Ein tragischer Fehler ist es nun aber zu glauben, über eine Behandlung der Psyche sei die Ursache seiner Schmerzen zu beheben. Es kann in seltenen Fällen notwendig sein in dieser Sache einen Facharzt einzuschalten, um den Fortgang der Behandlung positiv zu beeinflussen. Dies ist aber nur in den seltensten Fällen wirklich notwendig! Der Verfasser stellt sich angesichts seiner behandlerischen Erfahrung ausdrücklich gegen die zunehmende „Psychisierung“ der CMD-Behandlung.

Rückenschmerzen
(Orthopäde)

Die Verspannungen aus dem Bereich der Kaumuskulatur können sich über den Hals-, Schulter- und Nackenbereich auch in den Bereich des Rückens nach unten fortsetzen (Absteigende Symptomatik). Eine physiotherapeutische Behandlung der schmerzhaften Strukturen des Stützapparates kann dann zwar unterstützend wirksam sein, eine ursächliche Behandlung des Problems aber nicht ersetzen. Es ist möglich zweifelsfrei nachzuweisen, ob es sich um eine aufsteigende oder absteigende Symptomatik handelt. Der CMD-Spezialist kann nur eine absteigende Symptomatik beeinflussen!

Schlafstörungen
(Neurologe)

"CMD-Patienten" schlafen häufig unruhig. Dies kann mit nächtlichem Zähneknirschen/-pressen zusammenhängen. Nicht selten haben diese Patienten Albträume, in denen sie sich ihre Zähne ausknirschen und zahnlos werden.

Morgendliche Verspannungen in Kopf, Hals, Schulter, Rücken
(Orthopäde)

Der Patient hat das Gefühl einer Verspannung am Kopf oder im Hals-Schulter-Nackenbereich. Häufig hat der Patient das Gefühl eines „festen“ Bisses, so als ob die Zähne nicht auseinander gehen wollten. Die erste Kieferöffnung erfolgt mühsam oder sogar unter Schmerzen.

Schluckbeschwerden
(Hals-, Nasen-, Ohrenarzt)

Das Gefühl eines Kloßes im Hals, hervorgerufen durch eine "CMD-verursachte Verspannung" der Halsmuskulatur oder als vegetative Störung, die sich im Verlauf des Verdauungstraktes fortpflanzt. Siehe auch Blähungen.

Krämpfe im vorderen und seitlichen Halsbereich
(Hals-, Nasen-, Ohrenarzt)

Ein sehr unangenehmes und schmerzhaftes Gefühl, das auftritt, wenn die Halsmuskulatur unter bestimmten Lagerungshaltungen des Kopfes einseitig beansprucht wird. Häufig hervorgerufen durch eine CMD-verursachte-Verspannung der Halsmuskulatur, als Folge einer so genannten „absteigenden Symptomatik“.

Tinnitus
(Hals-, Nasen-, Ohrenarzt)

Eine vermutete gemeinsame Nervversorgung von Teilen des Kiefergelenks und des Innenohres werden für das Auftreten von Tinnitus bei CMD verantwortlich gemacht. Die Wahrscheinlichkeit durch eine Beeinflussung der Bisslage einen positiven Einfluss auf das Krankheitsgeschehen im Ohr zu haben, hängt maßgeblich davon ab, dass etwaige Maßnahmen sehr schnell ergriffen werden. Je chronifizierter der Tinnitus vorliegt, umso unwahrscheinlicher wird eine Heilung. Je jünger der Patient ist, um so eher besteht die Möglichkeit des Verschwindens des Tinnitus durch die Einstellung eines physiologischen Bisses. Der Verfasser hat nur wenige Fälle erlebt, in denen es gelungen ist Tinnitus durch eine CMD-Behandlung erfolgreich zu behandeln. Die Abklärung eines möglichen Zusammenhangs ist mit wenig Aufwand durchführbar!

Zähne
(Zahnarzt)

Die Zähne zeigen regelmäßig, aber eben nicht immer! deutliche Abschleifspuren. Die Zahnoberflächen sind nicht mehr gewölbt und gerundet, sondern flächig abgeschliffen. Die Zahnhälse zeigen häufig so genannte keilförmige Defekte, so als ob ein Biber den Zahn annagen würde. Im Bereich der Frontzähne wirken die Zähne wie mit einem Messer abgeschnitten und bei Betrachtung von oben ist zu erkennen, dass die schützende Schmelzschicht abgeschliffen wurde und das Zahnbein freiliegt. Entgegen der weit verbreiteten Meinung handelt es sich hier nicht um gesunde Zähne, sondern um traumatisch hochgeschädigte Zahnhartsubstanzen und im Zahn liegendes, geschädigtes Nervengewebe! Die Patienten klagen im fortgeschrittenen Stadium gelegentlich über ein erhöhtes Wärme-Kälte-Empfinden an den Zähnen, weiterhin über die Unmöglichkeit bestimmte Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, weil Zitrusfrüchte, Fruchtsaftgetränke und Joghurt zu starken Sensibilitäten an den Zähnen führen. Ganz typisch sind wiederkehrende Unwohlgefühle an stets den gleichen Zähnen, die aber immer wieder so verlässlich verschwinden, wie sie kommen. Sehr typisch für das Vorliegen einer Fehlbisslage sind Veränderungen der Zahnstellung, so genannte „Zahnwanderungen“. Hier ganz besonders das so genannte „Diastema“, eine Lückenbildung zwischen den beiden mittleren, meist oberen Frontzähnen. Hier wird in der Regel fälschlicherweise ein zu starkes Lippenbändchen verantwortlich gemacht. Operative Eingriffe führen daher in der Regel nicht zum Erfolg, werden aber nach wie vor durchgeführt.

An dieser Stelle muss ausdrücklich darauf hingewiesen werden, dass der Verfasser immer häufiger mit Patienten konfrontiert ist, die über extreme Beschwerden einer CMD klagen, deren Gebisse aber kaum erkennbare Abnutzungserscheinungen zeigen. Dies macht es selbst dem Spezialisten extrem schwierig die möglichen Zusammenhänge, auf den ersten Blick, zu erkennen. Selbst Patienten mit schwersten Symptomen einer CMD müssen nicht mit den Zähnen knirschen oder pressen, wie immer wieder behauptet wird!

Ein ganz anderes Problem erschwert zudem Erkennung und Behandlung der Beschwerden einer CMD. In jedem Zahn steckt ein Zahnnerv. Dieser ist für eine Fehlbelastung, wie sie bei CMD Patienten vorkommt, nicht ausgelegt. Häufig kommt es in Folge der dauerhaften Überlastung der Zähne zu einer chronischen Entzündung der Zahnnerven, die sich in einer erhöhten Temperaturempfindlichkeit oder in der Unfähigkeit den Zahn auf Druck belasten zu können, äußert. Dies führt dann wiederum dazu, dass der Kiefer unbewusst leicht verschoben wird, um eine Belastung dieser Zähne zu vermeiden. Dadurch werden aber Kiefergelenke und Kaumuskulatur fehlbelastet, was wiederum zu neuen Fehlbelastungen noch wieder ganz anderer Zähne führt. Die Erfahrung zeigt, dass langjährige CMD-Patienten fast immer an unerkannten chronisch-entzündeten Zahnnerven leiden, die regelmäßig unterschwellige Beschwerden verursachen. Diese chronisch-entzündeten Zahnnerven müssen unbedingt behandelt werden (Endodontie), um die Zähne wieder belastbar machen und den Biss korrekt einstellen zu können!

Ganz typisch für das Vorliegen einer CMD ist das Auftreten von scheinbaren Zahnbeschwerden, die weder durch Füllungen, Wurzelkanalbehandlungen oder Wurzelspitzenresektionen zu beseitigen sind. Auch nach der Entfernung des Zahnes bleiben die Beschwerden bestehen. Es kann dann noch zu so genannten „Herdausräumungen“ kommen, die ebenfalls ohne Erfolg bleiben. Alle Behandlungsmaßnahmen waren von Beginn an fehlindiziert, weil zu keinem Zeitpunkt der Zahn Ursache der Beschwerden war. Der beschriebene Therapieablauf kommt häufig vor. Auf die Punkte „Wackelnde Zähne“, „Biss“ sei hingewiesen.

Schmerzen im Bauchbereich
(Internist)

Diese sehr schmerzhaften Beschwerden, die bei einigen wenigen Patienten dazu führen, dass diese während der Nacht aufwachen, sind vermutlich mit einer Verkrampfung des Zwerchfells verbunden, einer vegetativen Folgesymptomatik einer verkrampften Halsmuskulatur, als Folge einer internen, „absteigenden Symptomatik“. (Fall 22)

Unfälle/Auffahrunfälle/Sportunfälle/Berufsunfälle
(Durchgangsarzt)

Viel häufiger, als allgemein angenommen, kommt es nach traumatischen Ereignissen, typischerweise nach Kfz-Auffahrunfällen, aber auch nach Fahrrad-, Sport- und Arbeitsunfällen zu Schmerzen, Sensibilitätsstörungen und Verspannungen im Kopf- und Gesichtsbereich. Nachfolgend zu Beschwerden und Verspannungen im Hals-, Schulter- und Nackenbereich. Typischerweise treten diese Beschwerden in der Regel nicht in direkter zeitlicher Folge nach dem Unfallereignis ein, sondern erst einige Tage bis Wochen, gelegentlich auch Monate später. Dies führt zum einen dazu, dass weder die Betroffenen, noch die behandelnden Ärzte einen Zusammenhang zu dem Unfallereignis herstellen. Von den Versicherungen und Kostenträgern wird dieser typische Verlauf systematisch dazu genutzt Ansprüche der Betroffenen abzuwehren, weil nach deren Darlegung der fehlende direkte zeitliche Zusammenhang dafür sprechen würde, dass es keinen Zusammenhang zwischen dem Unfallereignis und den Beschwerden der Betroffenen gibt. Angesichts der Uninformiertheit von Richtern, Gutachtern, Ärzten und Zahnärzten werden die Betroffenen in diesen Verfahren daher regelmäßig um berechtigte Ansprüche gebracht. Da die Behandlung von CMD nicht zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung erbracht werden darf, können derartige Verfahrensabläufe und Versäumnisse ganze Lebensplanungen zerstören. Wie viele Betroffene wegen dieser verfahrenstechnischen Mängel ein Leben in chronischem Schmerz verbringen müssen, wie viele Dialysepatienten wegen "CMD-schmerzmittelverursachter Niereninsuffizienz" behandelt werden, wie viele "CMD-Erkrankte" als arbeitsunfähig frühverrentet werden, kann man nur ahnen!

Im Kapitel „Anlage“ findet der Leser die Veröffentlichungen des Verfassers in wissenschaftlichen Zeitschriften und eine detaillierte Aufstellung der Prüfungsfälle zum „Spezialisten für Funktionsdiagnostik und –therapie“. Weiterhin eine Darstellung konkreter Beschwerdefälle.

Behandlungskomplikationen:

Natürlich berichten wir über die Fälle, die nach folgendem Schema ablaufen. Patient kommt. Aufbissbehelf. Probleme verschwunden. Instrumentelle Okklusionsanalyse, Laborgefertigte Dauerprovisorien. Beschwerden weg! Definitive Rekonstruktionen. Patient beschwerdefrei! So läuft das in der Regel. Der Patient ist zufrieden und eigentlich war alles doch ganz leicht! Glaubt der Patient! So läuft auch der ganz überwiegende Teil der Fälle ab!

Sie würden nicht glauben, wie schnell sich die Patienten nicht mehr daran erinnern können, warum und mit welchen Beschwerden sie einst gekommen sind!

Dann gibt es da eine kleine, aber sehr komplexe Reihe von Fällen, die zwar so beginnen, aber irgendwann den üblichen Weg verlassen. Meist in der Phase der "Laborgefertigten Dauerprovisorien!" Auf einmal scheint das nicht mehr zu funktionieren, was vorher mit einem Aufbissbehelf funktioniert hat. Dann beginnt immer eine umfangreiche Suche nach möglichen Ursachen. Das kann an der Umsetzung des Aufbissbehelfs in die zahntechnischen Rekonstruktionen, hier die "Laborgefertigten Dauerprovisorien" liegen. Es ist schlichtweg einfacher den Biss mit einem Aufbissbehelf aus Kunststoff einzustellen, als hinterher die Funktion des Aufbissbehelfs in eine bestimmte Anzahl von Zähnen einzubauen. Viel kritischer wird es aber, wenn dann auf einmal der Verdacht aufkommt, dass "Chronische Pulpitiden" oder "Chronisch ostitische Zähne" vorliegen. Will sagen: Zähne, die nicht voll belastet werden können und möglicherweise bei Belastung durch einen unwillkürlichen, neurmuskulären Reflex dafür sorgen, dass der Unterkiefer sich beim Belasten der Zähne verschiebt und damit eine Störung der Okklusion auslöst. Im Gegensatz zu dem, was der Patient gerne glauben möchte, gibt es aber außer den bekannten Methoden, Belastungstest, Röntgen, bis heute keine objektive Möglicheit das zu prüfen! Häufig weiß ja nicht einmal der Patient selbst, dass er solche "Tretminen" im Mund mit sich rumträgt.

Wie genau aber kommt man nun auf den Gedanken, dass dieser spezielle Fall vorliegen könnte? In aller Regel dadurch, dass man systematisch vorgeht und der Behandlungsweg auf einmal nicht mehr so voranschreitet, wie er in allen anderen Fällen üblicherweise abgelaufen ist. Das heißt: Der Patient entwickelt auf einmal Beschwerden, obwohl die Okklusion nach allen bekannten Kriterien korrekt eingestellt worden ist! Genau das hat man im Rahmen der Diagnostik mit einem Aufbissbehelf im Rahmen der "Funktionsdiagnostik" geklärt. Dabei ware die Beschwerden des Patienten reproduzierbar verschwunden! Es hätte nun sein können, dass sich auf Grund der "Schnittstellenprobelamtik" ein "Fehler" in der Übertragung zwischen Mund- und Laborsituation eingeschlichen hat. Das prüft man dann, indem man eine erneute "Instrumentelle Okklusionsanalyse" durchführt. Wenn hier dann aber alles stimmt, denn unter den gleichen Gesichtspunkten ist zu Beginn der "Adjustierte Aufbissbehelf" gefertigt worden, dann wird es kritisch, weil jetzt der Verdacht aufkommt, dass es noch einen anderen Grund geben muss, der zu den Beschwerden führt. Dann beginnt erneut ein detektivisches Suchen nach möglichen Zähnen, die ein "Chronisches Entzündungsproblem" haben könnten. Dabei erlebt man dann ganz unterschiedliche Dinge. Zum Beispiel, dass ein Patient viel Geld in die Sanierung eines Zahnes bei einem "Endodontiespezialisten" ausgegeben hat und diesen Zahn unbedingt erhalten wissen will, obwohl der Zahn nicht belastbar ist und der Patient zu diesem Thema bisher nichts sagen wollte, weill er Angst hat, dass das in den Zahn investierte Geld "futsch" ist! Jetzt wird Ihnen auch klar, was von Fällen zu halten ist, bei denen es schon in der Diagnostik nicht möglich ist einen "Adjustierten Aufbissbehelf" einzugliedern, weil der Patient schon jetzt über Belastungen der Zähne klagt, die allein schon dadurch ausgelöst werden, weil ein Aufbissbehelf auf die Zähne gesetzt wird.

Das Problem in diesen Fällen liegt darin, dass der Patient vollkommen entgeistert ist, dass diese Probleme nicht bereits vorher zu erkennen gewesen sind. Das ist dann wie bei einer Hausrenovierung, bei der sich auf einmal im Zuge der Sanierung herausstellt, dass sich die Bausubstanz im Zuge der Erkenntnisse bei der Sanierung anders darstellen, als die vorher möglichen Untersuchungen dies vorher zugelassen hatten. Ganz gefährlich wird es jetzt, wenn der Patient auf einmal eigene Ideen entwickelt, wie nun weiter vorzugehen sei und der Behandler den Weg verlässt, der in der ganz überwiegenden Zahl der Behandlungen, siehe oben, regelmäßig zum Erfolg geführt hat. Man kann hier nur jedem Behandler raten das nicht zu tun! Wenn man den üblichen, bewährten und bekannten Weg verlässt, begibt man sich in unbekanntes Land. In unbekanntem Land, ohne Kompass dann noch einmal einen definierten Ort zu erreichen, ist aussichtlos! Man kann hier nur eines tun! Sich überprüfen, ob man alle Protokolle, die man in anderen Fällen systematisch eingehalten hat, hier auch eingehalten wurden! Und dann beginnt eine Suche, wie ein Detektivspiel, in der der Patient eine ganz wichtige Rolle in der Aufklärung spielt. Ohne dessen Angaben läuft nämlich gar nichts! Anders ausgedrückt: Das Grundproblem einer "CMD-Behandlung" besteht nicht darin die Nadel im Heuhaufen zu finden, sondern die Nadel ein zweites, drittes und x-tes Mal im Heuhaufen wiederzufinden! Und genau dazu braucht man einen ganz exakten Vorgehensplan und den hat man nicht, wenn man in dem einen Fall mal so und in dem anderen Fall anders vorgeht!

Nun könnte man meinen, und wirtschaftlich wäre das in einigen Fällen auch sinnvoller, man entferne einfach alle fraglichen Zähne und setze dort Implantate ein. Das ist in Deutschland aber so nicht möglich. Jeder ärztliche Eingriff ist eine Körperverletzung, mit Einwilligung des Patienten. Wenn der Arzt nun einfach Zähne entfernt, auf Grund der Annahme diese Zähne könnten zu den beschriebenen Problemen führen, dann gibt es ein Riesenproblem juristischer Art! Das heißt: Dem Arzt bleibt gar nichts anderes übrig, als erst alles zu tun, um den Zahn zu erhalten und erst wenn sich dann heraus stellt, dass der Zahn nicht belastbar ist und vermutlich auch niemals sein wird, dann erst kann er entfernt werden. Die Situation ist so ähnlich wie bei Patienten, die auf der Intensivstation liegen, bei denen jeder Fachkundige weiß, dass es nichts mehr wird, und dennoch die Apparaturen nicht einfach abgeschaltet werden dürfen! Darüber kann man lamentieren. So ist es jedenfalls! Das Ganze dann bei Zähnen, deren vermutete Probleme nicht objektivierbar sind, weder mit Röntgen noch anderen klassichen Mitteln der Untersuchung. Oftmals bleibt am Ende nur das lange Gespräch zwischen Arzt und Patient, in dem man versucht herauszufinden, ob der bestimmte Zahn, den man in Verdacht ein ungewöhnliches Verhalten zeigt.

Dann gibt es ganz wenige Fälle, bei denen sich im Rahmen der "Funktionstherapie" viele Symptome bessern, was darauf schließen lässt, dass die Einstellung der Bisslage zu positiven Verbesserungen führt, sich aber auf einmal eine bestimmte Symptomatik verschlechtert. Hier ist dann ein Punkt erreicht, an dem auch ein Speziailist auf diesem Gebiet an den Rand der Möglichkeiten gerät. Hier scheint es dann so zu sein, dass zwar prinzipiell alles richtig gelaufen ist, aber das übliche "Wenn-Dann-Denken" nicht mehr funktioniert. Soll heißen: Wenn wir die Störungen der Okklusion beseitigen, dann verschwinden alle Beschwerden! Genau das hat man mit dem Aufbissbehelf ausprobiert und in den meisten Fällen funktioniert das auch so! In ganz wenigen Fällen dann aber auf einmal nicht mehr. Das Problem liegt also darin, dass sich auf einmal bei gleichem Vorgehen! bestimmte Symptome bessern und bestimmte bleiben oder sich sogar verschlechtern. Der Eindruck, den man dann gewinnt ist der, dass hier Wechselwirkungen im Hintergrund stattfinden, die nicht mehr in der Hand des Behandlers liegen. Man muss sich vor Augen halten, wenn Patienten immer wieder berichten, dass im Zuge der Funktionsdiagnostik mit einem "Adjustierten Aufbissbehelf und der nachfolgenden "Funktionstherpaie" langjährige Beschwerden wie Schwindel, Blähungen, Bauchschmerzen, Augendruck u.a. verschwinden, dass es keinen direkten Zusammenhang zwischen dem Kauorgan und diesen Körperregionen gibt. Und dennoch gibt es diese Wechselwirkungen auf der Ebene des "Vegetativen Nervensystems"! Wir wissen also um diese Dinge, aber wie genau sie funktionieren und interagieren, wissen wir eben nicht! Das aber ist ganz häufig in der Medizin so, dass man weiß, was in der Regel passiert, wenn man dieses oder jenes macht! Was aber genau in den Geweben und Organen abläuft wissen wir hingegen so gut wie nie! Was aber im Einzelfall bedeuten kann, dass hier auf einmal etwas nicht so funktioniert, wie es sonst immer funktioniert. Und genau das ist der Sinn der Diagnostik mit einem "Adjustierten Aufbissbehelf". All diese Zusammenhänge abzuklären, denn mehr kann das Gerät gar nicht bewirken, bevor man dem Patienten eine Therapie vorschlägt. In der Regel funktioniert diese Vorgehensweise hervorragend und das belegen wir nicht nur an der Behandlung solcher Fälle, sondern auch an deren Nachsorge! Es gibt aber Problemfälle, bei denen man sozusagen erst jede "Tretmine" auslösen muss, damit man weiß, dass dort eine versteckt im Boden vergraben lag!

Das haben Sie vermutlich so noch nie gelesen und das möchte auch Keiner hören! Genauso aber läuft es! Zumindest in diesen Ausnahmefällen.

Das Wichtigste bleibt, dass Arzt und Patient nur gemeinsam das Problem lösen können. Wenn einer der Beteiligten die Nerven verliert, dann kommt es zum Problem!

Es ist eben nicht das "Verschulden" des Arztes, wenn diese Komplikationen auf einmal auftauchen! Es gibt Fälle, in denen diese Komplikationen schon im Rahmen der Diagnostik auftauchen. Man kommt dann in aller Regel nicht anders, als dem Patienten den Rat zu geben, die erkennbaren Probleme erst einmal behandeln zu lassen, nur damit man überhaupt eine "Funktionsdiagnostik" durchführen kann!

Das heißt aber auch: In diesen Fällen, in denen dann auf einmal diese Probleme auftauchen, ist im Vorwege geprüft worden, dass es überhaupt einen ursächlichen Zusammenhang zwischen den Beschwerden und vorhandenen Störungen im Biss bestehen. Wenn dieser Zusammenhang mit einem reversiblen "Adjustierten Aufbissbehelf" nicht nachweisbar war, dann wird dem Patienten im "CMD-Centrum-Kiel" auch nicht die Diagnose einer "CMD" attestiert, geschweige denn eine "Funktionstherapie" angeboten!

Das Problem im "CMD-Centrum-Kiel" besteht darin, dass die Patienten, die hierher finden, in aller Regel bereits als "autherapiert" gelten. Das heißt: Wir sind nicht die Ersten, die aufgesucht werden, sondern die Letzten! Von uns wird nun erwartet, dass wir all die Probleme, die Vorbehandler nicht lösen und aufklären konnten, in den Griff bekommen. Und das bitte auf dem schnellsten und für den Patienten bequemsten Weg. Oftmals gelingt das. In der Regel verliert der Patient darüber dann kein Wort, denn er fühlt sich in der Wahl seiner Praxis bestätigt. Wenn es aber dann zu den beschriebenen Problemen kommt, dann "beißen den Letzen auf einmal die Hunde", obwohl der nichts anderes gemacht hat, als all die Probleme anzugehen, die sich über Jahre und Jahrzehnte angesammelt haben! Das kann besonders in den Fällen zum Problem werden, in denen die Patienten längere Anfahrtswege haben.

Nur, was sollen wir tun, denn wir wissen ja nicht, welcher Fall glatt durchläuft und welcher nicht?

Sollen wir Patienten ab einer bestimmten Entfernung eine Behandlung verweigern, weil wir wissen, dass es in einer geringen Prozentzahle von Fällen zu diesen Komplikationen kommen kann, die in aller Regel nicht von uns zu vertreten sind, sondern in den Gegebenheiten des Patientenfalles liegen? Ehrlicherweise muss man sagen, dass kein Patient einen weiten Weg auf sich nimmt, wenn er um die Ecke einen Behandler finden könnte, der sein Problem auch in den Griff bekommt.

Es ist dann für ein Behandlungsteam manchmal sehr unbefriedigend, wenn man diese Gegebenheiten systematisch heraus arbeitet, der Patient dann aber mit Unwillen reagiert, dass nicht in Windeseile zu klären war, was Heerscharen von Ärzten, die derselbe Patient zuvor aufgesucht hatte, nicht zu klären vermochten. Wir erhoffen uns, dass diese ganz offene Darstellung zu ein wenig mehr Verständnis derjenigen führt, die den längeren Weg gehen müssen, um zu ihrem Ziel zu kommen!